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Wir stellen vor: die Ausbildung "Köchin/ Koch"

Vor kurzem ist das neue Ausbildungsjahr gestartet. Wir möchten das zum Anlass nehmen Euch den Beruf "Köchin/ Koch" einmal vorzustellen. Für Informationen aus erster Hand haben wir uns Niklas Bergmoser mit ins Boot geholt, der die Ausbildung zum Koch bei uns im Haus absolviert hat und nun als Koch mit seinen Kollegen die Küche rockt.

 

Hallo Niklas, schön, dass Du uns einen Einblick in Deinen Beruf gibst. Wie kam es denn dazu, dass Du Dich für den Beruf "Koch" gewählt hast?

Ich habe schon immer gerne gekocht und gebacken. Im Flair Hotel zum Schiff wurde mir dann eine Praktikumsstelle in der Küche angeboten. Das Praktikum hat mir so Spaß gemacht, dass ich ziemlich kurzfristig dann meine Ausbildung zum Koch angefangen habe.

 

Und warum hast Du Dich für das Flair Hotel zum Schiff als Ausbildungsstätte entschieden?

Das hing direkt mit dem Praktikum zusammen. Die Stimmung im Team hat für mich einfach gepasst, der Chef ist nett und wo gibt es denn einen schöneren Arbeitsplatz als hier?! Außerdem war es natürlich praktisch die Ausbildung in meinem Heimatort machen zu können.

 

Wie läuft denn die Ausbildung ab?

Die Ausbildung beginnt in der Regel Anfang September und wechselt zwischen Zeiten im Betrieb und Blockunterricht ab. Je nachdem wie es bei dem auszubildenden Betrieb am besten passt, findet der Blockunterricht im Sommer, Herbst oder Winter statt. Bei uns im Schiff war ich immer im Winter in der Berufsschule in Tettnang, weil wir über die Wintermonate geschlossen haben. Während der Ausbildung durchläuft man die verschiedenen Stationen in der Küche, also z.B. kalte Küche, Dessert, Fleisch & Fisch, Gemüse. Außerdem macht man auch einen Abstecher in den Service, weil es auch wichtig ist, die Seite der Kollegen zu kennen. Nach 1 ½ Jahren gibt es eine Zwischenprüfung über das bisher Gelernte, am Ende der Ausbildung dann die Abschlussprüfung. Hat man die geschafft, ist man ausgelernter Koch.

 

Und wie läuft die Abschlussprüfung ab?

Die ist aufgeteilt in die schriftliche Prüfung und wird über 3 Tage verteilt geschrieben – pro Tag werden 2 Fächer geprüft. Der 2. Teil ist die praktische Prüfung. Sie besteht aus der Vorbereitung und dem Kochen eines Menüs. Hierfür muss man sich für einen gegebenen Anlass ein 3-Gänge-Menü ausdenken und aus einem Warenkorb die nötigen Zutaten bestellen, wobei es ein paar Pflichtzutaten gibt. Man erhält dann auch NUR die bestellte Menge, z.B. 20g Butter – man muss sich die Mengen also sehr genau überlegen! Am Tag der praktischen Prüfung kocht der Prüfling dann sein Menü für 4 Personen, es gibt aber auch noch ein Verkaufsgespräch, bei dem die Prüfer in die Rolle der Gäste schlüpfen. Eine dritte Teilaufgabe ist die Warenerkennung, bei der die Prüflinge Waren aus dem gesamten Hotelbetrieb erkennen müssen.

 

Braucht man Vorkenntnisse, um bei Ausbildungsbeginn gleich mitzukommen? Oder kann man auch als vollkommen leeres Blatt Papier starten?

Nein, Vorkenntnisse braucht man nicht. Gut wäre es, wenn man deutsch oder wenigstens englisch spricht. Beim Arbeitgeber freuen sie sich natürlich, wenn man schon mal ein Messer in der Hand hatte oder weiß, wie man Salat wäscht, aber unbedingt notwendig ist es nicht.

 

Es heißt ja, dass es in den meisten Restaurantküchen recht ruppig zugeht. Würdest Du sagen, dass man bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften als Person mitbringen sollte, wenn man sich für den Beruf entscheidet? Womit muss man zurecht kommen?

In manchen Küchen geht es tatsächlich sehr laut zu. Das hängt aber natürlich sehr von den Menschen ab, die dort arbeiten. Bei uns im Schiff geht es ziemlich gesittet zu. Aber ich denke, das gilt inzwischen auch für die meisten anderen Betriebe – der Umgangston hat sich gegenüber früher geändert. Grundsätzlich ist es jedoch wichtig Berufliches und Privates zu trennen: nur weil man sich in der Küche vielleicht mal in die Haare kriegt, heißt das noch lange nicht, dass das dann außerhalb der Küche immer noch gilt.

 

Wenn Du Dich an Deine Ausbildung zurück erinnerst: was ist Dir denn am schwersten gefallen?

Während meiner Ausbildung habe ich Karotten schälen gehasst! Inzwischen mache ich es einfach, weil es dazu gehört und ist auch nicht weiter schlimm.
Furchtbar war – und ist immer noch – Schokomousse machen. Es hat einfach nie funktioniert, bis heute nicht, obwohl ich es immer mal wieder probiert habe. In meiner Abschlussprüfung weiß ich, dass die Prüfer gerne ein Schokomousse gesehen hätten, aber auch da habe ich mich erfolgreich gedrückt.

 

Und was gefällt Dir am besten an dem Beruf?

Das Kochen natürlich! Ich finde es toll aus frischen Zutaten gute Speisen zuzubereiten und damit andere Menschen glücklich zu machen.

 

Gibt es noch andere Ausbildungsberufe, bei denen man Erfahrungen in der Küche sammelt?

Da gibt es beispielsweise den Hotelfachmann, Restaurantfachmann, Systemer, die Studenten des dualen Studiums BWL Tourismus, Hotellerie und Gastronomiemanagement. Mit den meisten findet auch die Berufsschule im ersten Lehrjahr gemeinsam statt. Erst ab dem 2. Jahr differenziert es sich dann.

 

Wenn man fertig ausgelernter Koch ist, welche Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Die IHK oder auch DEHOGA bieten Fortbildungen an z.B. Seminare für kreative Techniken Teller anzurichten. Außerdem kann man den Fachbrief Patisserie machen oder den Kochmeister. Ansonsten wächst mit der Erfahrung und dem Können auch der Rang innerhalb der Küchenhierarchie. Und mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann man studieren gehen und zum Beispiel seinen Bachelor machen. Unabhängig vom Ausbildungsberuf zählt die Ausbildereignungsprüfung auch noch dazu. Wenn man die hat, darf man ausbilden.

 

Lieber Niklas, danke, dass Du uns Rede und Antwort gestanden hast. Zum Abschluss die wichtigste Frage von allen: Was ist Dein persönliches Lieblingsessen und was kochst Du am liebsten?

Mein Lieblingsessen sind Tortelloni alla panna. Am liebsten koche bzw. backe ich Kekse in allen Varianten.

 

Weitere Informationen über den Ausbildungberuf "Köchin/ Koch"  finden sich auf BERUFENET sowie auf zahlreichen weiteren Websites im Internet, bei den Bundesagenturen für Arbeit oder auch der IHK.

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